Kitchenstories – von Pappe und altem Holz fürs Kinderzimmer

Wieviel Spielzeug braucht ein Kind? Und muss es immer das Neueste sein? Diese Fragen beantworten wohl alle Eltern unterschiedlich. Gretas Kinderzimmer ist nicht schrecklich groß und so sind wir schon aus Platzgründen gezwungen, immer wieder auszusortieren und genau zu überlegen, was wir anschaffen und auf was wir verzichten. Dazu kommt, dass Greta unter der Woche die große Auswahl an Duplo und co. bei der Tagesmutter hat.

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Vor etwa anderthalb Jahren fand Greta immer mehr Gefallen am Thema Küche. Sie schwang den Löffel und räumte unseren Brotzeitdosen-Schrank aus, um und wieder ein. Als sie dann von Freunden ihren ersten eigenen kleinen Topf und ein Sieb geschenkt bekam, entstand in mir der Wunsch, dass Greta doch auch eine kleine Kinderküche bekommen sollte. Dummerweise lag der Geburtstag knapp zurück. Abgesehen davon, dass das Geld grad nicht für so eine Anschaffung gereicht hätte, widerstrebt es mir, immer alles neu zu kaufen. Das hat natürlich auch wieder finanzielle aber eben auch nachhaltige Gründe. Ich will Greta auch nicht vermitteln, dass man immer alles gleich kaufen kann, bloß weil man sich etwas wünscht und schon gar nicht in dieser Größenordnung.

Als kurz darauf eine Ikea-Bestellung mit ein paar Aufbewarungskörben fürs Kinderzimmer ankam, kam mir eine Idee. Für Greta spielt es noch überhaupt keine Rolle, ob eine Küche schick und neu oder selbstgebastelt ist. Also suchte ich Cutter, Schere, Kleber, Filzstift und Buntpapier zusammen und fing an. Ich hatte keinen Bauplan nur eine grobe Idee. Eine Küche sollte es werden…

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Das Ergebnis konnte sich durchaus sehen lassen. Zum Schluss gab es als Kirsche oben drauf noch einen Backofen, den man auf und zu machen konnte um ein Backblech raus- und reinzuschieben, auch aus Karton, wie der Rest. Und Greta hat sich riesig gefreut und die Küche geliebt.

Mit der Zeit ist Greta immer größer geworden und die Küche immer knittriger. Vor allem die Tür des Backofens sah irgendwann ziemlich zerbeult aus. Es war klar, das das nicht ewig gut geht. Aber ich hatte die kleine Küchenzeile so lieb gewonnen, dass es mir widerstrebte, etwas Neues zu kaufen.

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Ein glücklicher Umstand führte uns eines grauen Tages durch unseren Kiez vorbei an einem Restaurant das vor kurzem zu gemacht hatte. Es war recht beliebt gewesen, da es eine große Kinderecke gab mit allerlei Spielzeug. Jetzt war alles leer und auf dem Gehsteig lag die Inneneinrichtung, zerlegt in ihre Einzelteile. Das meiste davon war nicht mehr zu gebrauchen. Mutterseelenallein stand zwischen all dem Sperrmüll ein kleiner Kinderherd. Man sah ihm an, dass er seine besten Tage bereits hinter sich hatte aber ich wusste sofort: das bereust du, wenn du den nicht mitnimmst. Gesagt, getan. Der Transport stellte sich allein deshalb als etwas schwierig heraus, weil Greta den ganzen Heimweg zu fuß laufen musste. Mit ihren damals zweieinhalb Jahren hat sie das weder verstanden noch fand sie die Idee besonders gut. Ich glaube sie hätte den Herd sofort wieder ausgeladen, wenn sie es nur gekonnt hätte.

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Ich weiß, dass sie das heute nicht mehr so sieht. Nach einem kurzen Aufenthalt beim Potsdam-Opa hat der Backofen ein neues Innenleben und eine Tür bekommen und den weißen Anstrich hat er auch ausgebessert. Die Küche ist weit weg von neu, aber genau das macht ihren Charme ja aus. Mit der Ankunft des neuen Kinderzimmermöbels war klar, dass die kleine Pappküche nach gut einem Jahr ausgedient hat. Schweren Herzens hab ich mich verabschiedet. Das Wichtigste aber: Greta hat die neue Küche sofort akzeptiert und ist unmittelbar in eine lange Kochen-Session versunken. So intensiv hat sie sich mit der Vorgängerin nie beschäftigt.

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Natürlich gucke ich mir Prospekte, Websites, Blogs und Instagram-Accounts an und bewundere die tolle Kinderzimmereinrichtung. Aber allzuoft fehlt mir das wirklich persönliche, das über „guten Stil“ hinaus geht. Das was ein Kinderzimmer zum wirklich individuellen Wohlfühlort-Ort macht. Ich habe für mich gemerkt, dass es solche selbst gebastelten Sachen sind, die die Liebe und Geborgenheit ausstrahlen, die ich mir für Gretas Zimmer wünsche.

 


2 Gedanken zu “Kitchenstories – von Pappe und altem Holz fürs Kinderzimmer

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