Solche Leute wird es immer geben, die stets am falschen Tage leben – unsere Wochenuhr

Im Moment sind die Wochen (Corona bedingt) recht eintönig, ohne wirkliche Abwechslung und feste Termine plätschern sie so dahin und kaum das man sich versieht, ist schon wieder Freitag. Leider ist genauso schnell auch stets der Sonntag am Start und alles geht wieder von vorne los. Schon uns Erwachsenen fällt es schwer, da das Zeitgefühl zu erhalten. Für Greta ist das momentan fast unmöglich und sie hat des öfteren morgens gefragt, ob heute Wochenende ist.

Lesen kann Greta noch nicht, der Küchenkalender an der Wand sagt ihr nichts. Die Zahlen darauf sind uninteressant, die Zeilen und Spalten unübersichtlich, sie möchte wissen, den wievielten Tag in der aktuellen Woche wir haben und wie lange es noch bis zu den freien Tagen mit viel Familienzeit dauert. Und im besten Fall sollte sie es im wahrsten Sinne selbst in der Hand haben, eine Möglichkeit, sich die Wochentage selbst zu erschließen. Es begann zu rattern in meinem Kopf, eine Wochenuhr musste her.

Herausgekommen sind sieben Steinchen auf einem Kranz, jeden Morgen kann sie ein neues umdrehen und so den Fortschritt der Woche verfolgen. Samstag und Sonntag sind in Pink farblich abgesetzt, der Freitag, als letzter Tag der Arbeitswoche, ein wenig hervorgehoben. Seit drei Wochen haben wir unsere kleine Uhr auf dem Frühstückstisch in Verwendung. Manchmal drehe ich das nächste Steinchen um, manchmal denkt Greta selbst dran, aber gefragt hat sie seither nicht mehr, ob heute frei sei. Jetzt hat sie einen guten Überblick wo in der Woche wir uns befinden und wieviele Tage noch umgedreht werden müssen, bis es wieder heißt: heute trinken wir den Guten-Morgen-Kaffee im Kinderzimmer.

Anbei findet ihr eine kurze Anleitung und Materialliste für unsere Wochenuhr.

1. Einkaufen und bereit legen*
  • Selbsttrocknende Modelliermasse
  • Deckende Marker in verschiedenen Farben
  • Eine kleine runde Form für die Mulden
  • Ein Frühstücksbrett für gleichmäßige Flächen
  • Ein Messer zum Schneiden der Masse
2. Modellieren

Zunächst habe ich aus der Modelliermasse sieben Kugeln geformt, jedeweils mit ca. 4-5 cm Durchmesser. Die Wochenuhr soll später auf dem Tisch nicht zu viel Platz wegnehmen aber zu friemelig ist auch nix, dann verliert man schnell die Lust daran. Die Kugeln habe ich anschließend mit dem Brettchen leicht flach gedrückt, um oben und unten eine glatte Fläche zu erhalten auf der später die Wochentage stehen.

Aus einem größeren Stück habe ich eine Wurst geformt, sie zu einem Kranz zusammengelegt, die Enden miteinander verklebt und das Ganze wieder flach gedrückt. Damit die Steinchen später nicht wild durcheinander fliegen oder ständig runter rutschen bekommt der Kranz sieben Mulden in denen die Wochentage später bequem liegen können. Ich habe zum Formen der Mulden den Kopf einer Matroschka verwendet, ich danke, da findet sich in jedem Haushalt etwas Passendes, zur Not ein hartgekochtes Ei.

Auf den Bildern sind einige Risse in der Modelliermasse zu erkennen. Ich hatte mit den Kindern vorher bereits andere Sachen modeliert und mich erst zum Schluss an meine Idee gesetzt. Da die Masse feucht ist und durch das Trocknen an der Luft aushärtet, muss man sie relativ schnell verarbeiten. Die oberste Schicht verliert schnell Feuchtigkeit und dann entstehen diese Minirisse. Eventuell hätte ich sie mit Wasser noch mal ausbessern können. Darauf bin ich in dem Moment leider nicht gekommen.

3. Gestalten

Der Gestaltung sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Ich hatte tatsächlich keinen Plan und hab einfach losgelegt. Wichtig war mir nur, dass die Uhr ihren Zweck erfüllt und die Woche für Greta greifbarer macht. Deshalb wollte ich auf jeden Fall das Wochenende farblich von den übrigen Wochentagen absetzten und hab mich für zwei Grundfarben entschieden die auch in unserer Küche vorkommen: Hellblau und Pink.

Wichtig ist natürlich auch, dass es einen Unterschied zwischen oben und unten gibt. Wenn einer der Steine umgedreht wird, soll eindeutig werden, dass die Wochenuhr um einen Tag nach vorne gerückt ist. Auch wenn es im Moment noch unwichtig ist, hab ich mich dafür entschieden, die Kürzel der Wochentage zu verwenden. Greta ist mittlerweile Vorschulkind und entdeckt langsam den ein oder anderen Buchstaben für sich. Ich finde es immer schön, wenn Kinder alltägliches Wissen spielerisch erfahren und hoffe, dass die Uhr auch hier einen Beitrag leisten kann.

4. Benutzen

Der letzte Teil ist wohl der Einfachste. Die Wochenuhr steht auf dem Küchentisch und leitet uns durch die Woche. Lustigerweise hilft es auch mir morgens einen der Steine umzudrehen. Es ist ein kleiner, winziger Moment des Innehalten. Was ist die Woche schon passiert, was steht heute an, was kommt noch. Aber wie schon erwähnt, halten die Wochen derzeit nicht all zu viel Abwechslung bereit und so beschränkt sich das Reflektieren bei mir meist auf die Arbeit.

Ich merke, dass die Übersicht für Greta einen Hilfe ist und freue mich wenn selbst Olga bald spielerisch den Lauf der Woche damit lernt.

// *Bei den Links zum verwendeten Material handelt es sich um unbezahlte Werbung.

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